Jahresarchiv 15. Mai 2026

Bundesversammlung 2026 in Augsburg

Landesverband Bremen/Bremerhaven bei der Bundesversammlung 2026 in Augsburg vertreten

Der Landesverband des Justizwachtmeisterdienstes Bremen/Bremerhaven e.V. nahm am 12. und 13. Mai 2026 an der Bundesversammlung des Bundesverbandes der Justizwachtmeister in Augsburg teil.

Im Rahmen der Versammlung wurden zahlreiche aktuelle Themen des Justizwachtmeisterdienstes beraten. Neben Fragen der Digitalisierung standen insbesondere Sicherheit, Gesundheitsmanagement, Nachwuchsgewinnung sowie zukünftige Entwicklungen innerhalb des Bundesverbandes im Mittelpunkt.

Ein besonderer Moment für unseren Landesverband war die einstimmige Wahl von Stefan Pleuß (Bremen) zum Schriftführer des Bundesverbandes der Justizwachtmeister. Ebenfalls einstimmig gewählt wurde Isabell Anstatt (Rheinland-Pfalz) zur stellvertretenden Schriftführerin.

Darüber hinaus stellte unser Vorsitzender Sascha Kranz den Landesverband Bremen/Bremerhaven den anwesenden Landesverbänden vor.

Besonders interessant waren die bundesweiten Erfahrungsberichte zum Thema Gesundheitsmanagement und Trainingsmöglichkeiten innerhalb der Justiz. Mehrere Landesverbände berichteten über eigene Trainingsräume und regelmäßige Einsatztrainings speziell für Justizwachtmeisterinnen und Justizwachtmeister.

Auch moderne Einsatzmittel zur Eigensicherung wurden diskutiert. Hierzu erfolgte unter anderem ein Erfahrungsbericht aus Rheinland-Pfalz zum dortigen Taser-Projekt.

Ein weiterer besonderer Programmpunkt der Bundesversammlung war der Besuch hochrangiger Vertreter der Bayerischen Justiz.

Frau Dr. Gramm berichtete über Maßnahmen und Konzepte zur Nachwuchsgewinnung innerhalb der Bayerischen Justiz und gewährte den anwesenden Landesverbänden interessante Einblicke in die Strategien und Entwicklungen des Freistaates Bayern im Bereich Personalgewinnung und Nachwuchsförderung.

Darüber hinaus richtete Herr Ministerialdirigent Dr. Carsten Schulz im Namen des Bayerischen Staatsministeriums der Justiz ein Grußwort an die Bundesversammlung.

Die Teilnahme und Wertschätzung seitens der Bayerischen Justiz und des Ministeriums unterstrichen die Bedeutung der Bundesversammlung sowie die wichtige Rolle des Justizwachtmeisterdienstes innerhalb der deutschen Justiz.

Die Bundesversammlung bot erneut einen wichtigen Austausch zwischen den Landesverbänden und zeigte deutlich, wie wichtig die gemeinsame Zusammenarbeit innerhalb des Bundesverbandes ist.

Die nächste Bundesversammlung wird 2027 in Mainz stattfinden.

Für 2028 wurde zudem Bremen als möglicher Austragungsort angesprochen.

Zum Abschluss möchten wir uns herzlich bei den Kolleginnen und Kollegen des Landesverbandes Bayern für die hervorragende Organisation, die gastfreundliche Betreuung sowie die gelungene Ausrichtung der Bundesversammlung 2026 in Augsburg bedanken.

Die Veranstaltung war geprägt von einem kollegialen Austausch, interessanten Fachthemen und einer ausgezeichneten Organisation. Bayern hat sich als würdiger Gastgeber präsentiert und einen maßgeblichen Beitrag zu einer rundum gelungenen Bundesversammlung geleistet.

Vielen Dank für die große Mühe, das Engagement und die herzliche Atmosphäre während der gesamten Veranstaltung.

Informationen über den Beruf der Justizwachtmeisterin und des Justizwachtmeisters


Hier finden Sie kompakte Informationen zur Ausbildung im Justizwachtmeisterdienst.
Erfahren Sie mehr über Voraussetzungen, Inhalte und Aufgaben dieses vielseitigen Berufs im Justizbereich.


Kooperationspartner

Hier finden Sie eine Übersicht unserer Partner und Unterstützer –
Wir schätzen diese Zusammenarbeit und die Unterstützung unserer Arbeit.


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Stellungnahmen

Hier veröffentlichen wir unsere Stellungnahmen – klare, konsequente und unmissverständliche Positionen des Landesverbandes.


Stellungnahme – Entlastungsprämie

Landesverband des Justizwachtmeisterdienstes Bremen/Bremerhaven e. V.

Der Landesverband des Justizwachtmeisterdienstes Bremen/Bremerhaven e. V. fordert die unverzügliche Einführung einer Entlastungsprämie für die Beschäftigten des öffentlichen Dienstes im Land Bremen.

Gerade die unteren Besoldungsgruppen – und damit auch wir als Justizwachtmeister – sind von den anhaltenden Preissteigerungen bei Energie, Mobilität und Lebenshaltungskosten überproportional betroffen.
Die finanzielle Belastung ist längst keine abstrakte Entwicklung mehr, sondern spürbare Realität im Alltag unserer Kolleginnen und Kollegen.

„Es ist nicht hinnehmbar, dass auf Bundesebene Entlastungsinstrumente geschaffen werden, das Land Bremen diese jedoch nicht nutzt“, erklären Sascha Kranz und Stefan Pleuß für den Landesverband.

Der öffentliche Dienst darf in dieser Frage nicht hinterherlaufen, sondern muss seiner Verantwortung gerecht werden.
Wenn politische Möglichkeiten zur Entlastung bestehen, müssen diese auch konsequent umgesetzt werden.

Das wiederkehrende Argument, der Haushalt lasse eine solche Maßnahme nicht zu, weist der Landesverband entschieden zurück:

„Es kann nicht sein, dass notwendige Entlastungen pauschal mit Haushaltsargumenten abgelehnt werden. Gerade in Zeiten steigender Belastungen erwarten wir klare Prioritäten – zugunsten der eigenen Beschäftigten.“

Eine fehlende Umsetzung sendet ein fatales Signal:
Wertschätzung darf nicht nur kommuniziert, sie muss auch konkret spürbar werden.

Der Landesverband des Justizwachtmeisterdienstes Bremen/Bremerhaven e. V. fordert daher:

  • Die zeitnahe Einführung einer Entlastungsprämie für alle Beschäftigten im öffentlichen Dienst des Landes Bremen – unabhängig von Status oder Besoldungsgruppe
  • Ein klares Bekenntnis zur finanziellen Entlastung der unteren Besoldungsgruppen
  • Eine Vorbildfunktion des Landes Bremen gegenüber anderen Arbeitgebern

Der öffentliche Dienst sichert täglich die Funktionsfähigkeit unseres Rechtsstaates.
Diese Leistung verdient Anerkennung – auch finanziell.


Stellungnahme zur Einführung der 41-Stunden-Woche

Die Entscheidung der Bremischen Bürgerschaft, die regelmäßige Arbeitszeit für Beamtinnen und Beamte im Land Bremen auf 41 Stunden pro Woche anzuheben, wird im Justizwachtmeisterdienst mit großer Sorge aufgenommen.

Unser Dienst ist geprägt von Präsenz, Verantwortung und unmittelbarer Einsatzbereitschaft. Wir sorgen täglich für Sicherheit in den Gerichtsgebäuden, stehen im direkten Kontakt mit Bürgerinnen und Bürgern und greifen in Konflikt- und Gefahrenlagen ein. Diese Anforderungen lassen sich nicht mit klassischen Verwaltungsabläufen vergleichen. Umso unverständlicher ist es, dass eine solch weitreichende Maßnahme beschlossen wurde, ohne erkennbar zu klären, wie sie in einem sicherheitsrelevanten Dienst wie dem unseren überhaupt praktikabel umgesetzt werden soll.

„Die Entscheidung wirkt auf uns unausgereift.“ Es fehlt an einer klaren und praxistauglichen Umsetzung für unseren Dienst. Eine pauschale Arbeitszeiterhöhung wird der Realität im Justizwachtmeisterdienst nicht gerecht.
— Sascha Kranz, Vorsitzender

Bereits heute bestehen strukturelle Herausforderungen in der täglichen Arbeitsorganisation. So wird eine Pause formal abgezogen, während gleichzeitig eine durchgehende Einsatzbereitschaft im Gerichtsgebäude erwartet wird. Eine tatsächliche Erholungsphase ist unter diesen Bedingungen kaum gegeben. Die nun beschlossene Arbeitszeiterhöhung verschärft diese Situation zusätzlich und führt zu einer weiteren Verdichtung der Belastung im Dienstalltag.

„Unsere Pause existiert häufig nur auf dem Papier.“ Wenn wir jederzeit einsatzbereit sein müssen, handelt es sich nicht um eine echte Erholungsphase. Die zusätzliche Stunde verschärft dieses Problem erheblich.
— Christian Stoltenburg, stellvertretender Vorsitzender

Hinzu kommt, dass der Justizwachtmeisterdienst in den unteren Besoldungsgruppen angesiedelt ist und die Frage einer amtsangemessenen Alimentation seit längerer Zeit Gegenstand politischer und gewerkschaftlicher Diskussionen ist. Viele Kolleginnen und Kollegen empfinden ihre Bezahlung bereits jetzt als nicht mehr angemessen im Verhältnis zu Verantwortung, Belastung und den steigenden Anforderungen im Dienst. Vor diesem Hintergrund wird eine Ausweitung der Arbeitszeit ohne entsprechenden Ausgleich als besonders kritisch wahrgenommen.

„Gerade die unteren Besoldungsgruppen sind von dieser Entscheidung besonders betroffen.“ Wenn gleichzeitig über eine unzureichende Alimentation diskutiert wird, ist eine zusätzliche Belastung ohne Ausgleich schwer vermittelbar.
— Stefan Pleuß, 1. stellvertretender Vorsitzender

Eine funktionierende Justiz ist auf Sicherheit, Verlässlichkeit und leistungsfähiges Personal angewiesen. Maßnahmen, die zu zusätzlicher Belastung führen, ohne die realen Arbeitsbedingungen zu berücksichtigen, senden das falsche Signal – sowohl an die Beschäftigten als auch an potenzielle Nachwuchskräfte. Es besteht die ernsthafte Gefahr, dass Motivation, Leistungsfähigkeit und letztlich auch die Sicherheit im Justizalltag beeinträchtigt werden.

Der Landesverband des Justizwachtmeisterdienstes Bremen/Bremerhaven e. V. erwartet daher, dass die besonderen Anforderungen unseres Dienstes bei der weiteren Ausgestaltung der Arbeitszeitregelungen zwingend berücksichtigt werden. Es braucht transparente, praxistaugliche Lösungen, die den tatsächlichen Gegebenheiten vor Ort gerecht werden und die Belastung der Beschäftigten realistisch abbilden.

Wir stehen für einen sicheren und funktionierenden Justizbetrieb. Dafür sind jedoch Rahmenbedingungen erforderlich, die nicht nur auf dem Papier bestehen, sondern auch in der Praxis tragfähig sind.


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Willkommen – Gemeinsam stark im Justizdienst

Gemeinsam stark im Justizdienst

Hinter jeder Uniform steht ein Mensch – und hinter jedem von uns eine Gemeinschaft.

Wir stehen für Sicherheit, Zusammenhalt und eine starke Stimme im Justizdienst.
Als Verband vertreten wir die Interessen unserer Kolleginnen und Kollegen, fördern den Austausch und setzen uns aktiv für bessere Rahmenbedingungen ein.

Auf dieser Seite findest du aktuelle Informationen, Einblicke in unsere Arbeit und die Möglichkeit, selbst Teil dieser Gemeinschaft zu werden.

Für mehr Stärke, Sicherheit und Zusammenhalt im Dienst.

Gewalteskalation vor Berliner Gerichtsgebäude zeigt zunehmende Sicherheitsprobleme an deutschen Gerichten

Foto: A. Savin / Wikimedia Commons – Lizenz Free Art License

Kriminalgericht Moabit – Foto: A. Savin / Wikimedia Commons – Free Art License

Ein gewaltsamer Zwischenfall vor dem Berliner Kriminalgericht Moabit hat erneut gezeigt, vor welchen Herausforderungen die Justiz und insbesondere der Justizwachtmeisterdienst inzwischen immer häufiger stehen.

Solche Ereignisse zeigen deutlich, dass Gerichte längst nicht mehr nur Orte juristischer Auseinandersetzungen sind. Immer häufiger kommt es im Umfeld von Gerichtsverhandlungen zu emotional aufgeladenen Situationen, die in Aggression oder Gewalt umschlagen können. Der Vorfall ereignete sich während einer Verhandlungspause. Im Kriminalgericht schrillte daraufhin der Alarm, Justizwachtmeister eilten zum Eingangsbereich. Wie eine Gerichtssprecherin mitteilte, wurde das Gebäude vorübergehend für die Öffentlichkeit geschlossen und laufende Prozesse mussten unterbrochen werden. Nach Angaben der Polizei spielte sich die eigentliche Auseinandersetzung jedoch vor dem Gebäude ab, allerdings unmittelbar im Eingangsbereich.

Aus Sicht des Bundesverbandes der Justizwachtmeister handelt es sich dabei keineswegs um einen Einzelfall. Kolleginnen und Kollegen aus vielen Bundesländern berichten seit längerer Zeit von einer zunehmenden Aggressivität im Umfeld von Gerichten. Bedrohungen, körperliche Übergriffe und eskalierende Konflikte gehören vielerorts immer häufiger zum Arbeitsalltag.

Der Bundesverband der Justizwachtmeister sieht in solchen Vorfällen ein klares Signal, dass der Sicherheitsaspekt in der Justiz weiter gestärkt werden muss. Dazu gehören eine ausreichende personelle Ausstattung, moderne Einsatzmittel sowie eine kontinuierliche Aus und Fortbildung der Kolleginnen und Kollegen.

Die Sicherheit in Gerichten ist eine zentrale Voraussetzung für einen funktionierenden Rechtsstaat. Der Justizwachtmeisterdienst leistet hierzu jeden Tag einen unverzichtbaren Beitrag.

 

 

Austausch auf Vorstandsebene in Bremen

Am 27.02.2026 war der 1. Vorsitzende des Bundesverbandes bei der Vorstandssitzung des Landesverbandes des Justizwachmeisterdienstes Bremen zu Gast.

Im Mittelpunkt standen die Themen, die uns alle aktuell beschäftigen: Aus und Fortbildung, Ausstattung, Führungsaufgaben sowie OTS. Wir haben offen gesprochen, Probleme klar benannt und ehrlich diskutiert, wo wir nachschärfen müssen.

Ein großes Thema war außerdem das diesjährige 75 jährige Bestehen des Landesverbandes des Justizwachmeisterdienstes Bremen. Das Jubiläum ist ein guter Moment, um zurückzublicken, das Engagement vieler Kolleginnen und Kollegen zu würdigen und gleichzeitig den Blick nach vorn zu richten.

Vielen Dank für die Einladung und den konstruktiven Austausch. Der direkte Dialog zwischen Bundes und Landesebene bleibt entscheidend, wenn wir unsere Interessen geschlossen und wirksam vertreten wollen.

Gewaltausbruch vor dem Amtsgericht Unna – klare Haltung des Bundesverbandes

Am 5. Februar ist es vor dem Amtsgericht Unna im Zusammenhang mit einem Verfahren vor dem Jugendschöffengericht zu massiven Auseinandersetzungen zwischen zwei Gruppen gekommen. Bereits vor Beginn der Verhandlung hatten sich zahlreiche Angehörige und Bekannte vor dem Gerichtsgebäude versammelt.

Nach ersten Spannungen und einem polizeilichen Einschreiten schien sich die Lage zunächst zu beruhigen. Wenig später eskalierte die Situation jedoch erneut. Nach Angaben der Polizei kamen dabei auch Hieb- und Stoßwaffen sowie weitere Gegenstände zum Einsatz. Mehrere Personen wurden verletzt, eine davon schwer. Polizei und Feuerwehr waren mit einem größeren Aufgebot vor Ort.

Was in diesem Zusammenhang deutlich gesagt werden muss,  die Kolleginnen und Kollegen der Wachtmeisterei haben besonnen und professionell reagiert. Sie sind deeskalierend dazwischengegangen und haben damit Schlimmeres verhindert. Als Bundesverband der Justizwachtmeister beziehen wir hier klar Stellung. Gewalt gegen Einsatzkräfte  sind inakzeptabel. Wer diejenigen angreift, die tagtäglich für Sicherheit und einen geordneten Ablauf in unseren Gerichten sorgen, greift den Rechtsstaat selbst an.

Gerichte sind Orte der rechtlichen Klärung, nicht Schauplätze von Gewalt. Emotionen mögen in Verfahren hochkochen, doch körperliche Auseinandersetzungen und bewaffnete Angriffe überschreiten jede Grenze.

Die Ereignisse in Unna zeigen erneut, wie wichtig funktionierende Sicherheitskonzepte, konsequente Zugangskontrollen und eine ausreichende personelle Ausstattung sind. Sicherheit ist keine Nebensache, sondern Voraussetzung dafür, dass Justiz überhaupt arbeiten kann. Dass für den nächsten Termin erhöhte Sicherheitsmaßnahmen vorgesehen sind, ist folgerichtig.

Wir stehen solidarisch an der Seite der Kolleginnen und Kollegen vor Ort sowie aller Einsatzkräfte von Polizei und Feuerwehr. Gewalt darf niemals Mittel der Auseinandersetzung sein, weder vor noch in unseren Gerichten.

Beste kollegiale Grüße

Der Vorstand

Rheinland-Pfalz testet aktuell die Ausstattung von Justizwachtmeisterinnen und Justizwachtmeistern mit Distanz-Elektroimpulsgerät (DEIG) zur Gefahrenabwehr.

Der Bundesverband der Justizwachtmeister begrüßt die aktuellen Entwicklungen zur Verbesserung der Ausstattung und der Eigensicherung ausdrücklich. Die Überlegungen des Landes Rheinland-Pfalz zur Einführung von Distanz-Elektroimpulsgeräten stellen aus unserer Sicht einen nachvollziehbaren Schritt zur weiteren Stärkung der Sicherheit in Gerichten und Staatsanwaltschaften dar.

Die Anforderungen an Justizwachtmeisterinnen und Justizwachtmeister haben sich in den vergangenen Jahren deutlich verändert. Zunehmende Aggressionen, eine spürbare Verrohung im gesellschaftlichen Umgang und komplexere Einsatzlagen erfordern zeitgemäße, verhältnismäßige und praxisgerechte Einsatzmittel. Die kontinuierliche Weiterentwicklung der persönlichen Schutzausstattung ist daher ein wichtiger Bestandteil moderner Sicherheitskonzepte.

Im Rahmen eines fachlichen Austauschs wurde dem Bundesverband im April 2025 ein aktuelles Distanz-Elektroimpulsgerät vorgestellt. Dabei bestand die Möglichkeit, sich unter kontrollierten Bedingungen einen realistischen Eindruck von Wirkweise und Einsatzmöglichkeiten zu verschaffen. Der Austausch diente ausschließlich der fachlichen Information und Einordnung möglicher Einsatzmittel.

Das Land Rheinland-Pfalz plant nun im Rahmen einer Pilotphase den Einsatz entsprechender Geräte. Vorgesehen ist zunächst die Ausstattung mobiler Einsatzteams an den Oberlandesgerichten Koblenz und Zweibrücken, die bei besonders konfliktträchtigen Verfahren eingesetzt werden.

Der Landesverband Rheinland-Pfalz wird die Pilotphase fachlich begleiten und die gewonnenen Erkenntnisse in die bundesweite Diskussion einbringen. Verbesserungen in der Ausstattung dienen keinem Selbstzweck, sondern tragen zur Sicherheit von Beschäftigten, Verfahrensbeteiligten und Besuchenden der Gerichte und Staatsanwaltschaften bei.

Tumulte im Landgericht Düsseldorf – Justizwachtmeister verletzt

Am Landgericht Düsseldorf ist es am 14. Januar 2026 zu einem schweren Sicherheitsvorfall gekommen. Nach einer Zeugenaussage in einem laufenden Strafverfahren ist die Situation auf einem Gerichtsflur eskaliert. Zwischen zwei Personengruppen kam es zu heftigen, tumultartigen Auseinandersetzungen, an denen sich rund 25 Personen beteiligten.

Mehrere Justizwachtmeister griffen sofort ein, um die Lage zu beruhigen und die Gruppen zu trennen. Dabei wurden nach ersten Erkenntnissen mehrere Kolleginnen und Kollegen verletzt. Die Polizei musste mit einem größeren Aufgebot hinzugezogen werden, trennte die Beteiligten und nahm eine Person in Gewahrsam. Eine weitere Person musste medizinisch versorgt werden. Die laufende Verhandlung wurde infolge der Ereignisse abgebrochen und vertagt.

Der Bundesverband der Justizwachtmeister wünscht den verletzten Kolleginnen und Kollegen eine schnelle und vollständige Genesung. Unsere Gedanken sind bei allen Einsatzkräften, die an diesem Tag unter schwierigen Bedingungen für Sicherheit und Ordnung gesorgt haben.

Der Vorfall macht erneut deutlich, welchen Risiken Justizwachtmeisterinnen und Justizwachtmeister im täglichen Dienst ausgesetzt sind. Gewalt an Gerichten richtet sich nicht nur gegen einzelne Personen, sondern gegen den Rechtsstaat insgesamt. Der Bundesverband spricht sich daher klar und unmissverständlich gegen jede Form von Gewalt gegenüber Einsatzkräften aus. Angriffe auf diejenigen, die für einen sicheren und geordneten Ablauf von Gerichtsverfahren sorgen, sind in keiner Weise hinnehmbar.

Wir werden uns auch weiterhin mit Nachdruck für den Schutz, eine angemessene Ausstattung und die Wertschätzung der Justizwachtmeisterinnen und Justizwachtmeister einsetzen.