Jahresarchiv 27. Juni 2026

Bundesverband zu Gast beim Sommerfest des Deutschen Richterbundes in Berlin

Am Donnerstag, den 25. Juni 2026, nahm der Vorstand des Bundesverbandes der Justizwachtmeister am Sommerfest des Deutschen Richterbundes (DRB) im Haus des Rechts in Berlin teil.

Zu den Ehrengästen zählte unter anderem Frau Eva Schmierer, Staatssekretärin im Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz. Darüber hinaus nahmen weitere Vertreterinnen und Vertreter aus Politik und Justiz teil, darunter Abgeordnete des Deutschen Bundestages und des Berliner Abgeordnetenhauses.

Für unseren Bundesverband war die Veranstaltung eine wertvolle Gelegenheit, den Justizwachtmeisterdienst stärker in den Fokus zu rücken und wichtige Kontakte zu pflegen. In zahlreichen Gesprächen mit Vertreterinnen und Vertretern aus Politik, Justiz und Verbänden stand insbesondere die Sicherheit an Gerichten und Staatsanwaltschaften im Mittelpunkt.  Wir haben deutlich gemacht, welchen unverzichtbaren Beitrag Justizwachtmeisterinnen und Justizwachtmeister täglich zum Schutz von Beschäftigten, Verfahrensbeteiligten und Besucherinnen und Besuchern leisten. Gleichzeitig haben wir für eine stärkere personelle Ausstattung, bessere Rahmenbedingungen und eine angemessene Anerkennung unseres Berufsbildes geworben.

Der offene und konstruktive Austausch hat erneut gezeigt, wie wichtig der direkte Dialog mit den politischen Entscheidungsträgern ist. Wir bedanken uns herzlich beim Deutschen Richterbund für die Einladung und die gelungene Veranstaltung und freuen uns darauf, die geknüpften Kontakte und begonnenen Gespräche weiter zu vertiefen.

Wenn der Saal geräumt wird, wer steht eigentlich dazwischen?

Am Landgericht Dortmund läuft derzeit ein Prozess gegen mehrere junge Männer, denen unter anderem versuchter Totschlag vorgeworfen wird. Anlass ist ein brutaler Gruppenangriff im August 2025, bei dem mehrere Menschen teils schwer verletzt wurden. Es gilt für alle Angeklagten die Unschuldsvermutung.

Bemerkenswert ist, was sich am Rande der Hauptverhandlung abspielte, der Vorsitzende Richter ließ den Zuschauerraum räumen. Zuvor war der Staatsanwalt nach eigener Schilderung aus dem Publikum heraus mehrfach beleidigt und bedroht worden. Er sprach von einer „Verrohung der Sitten” und machte deutlich, dass er sich davon nicht einschüchtern lasse.

Genau an dieser Stelle wird ein Berufsstand sichtbar, über den in der Berichterstattung meist kein Wort verloren wird: der Justizwachtmeisterdienst. Eine Saalräumung ist keine Geste, sie ist ein körperlicher, oft riskanter Vorgang. Anordnen mag sie das Gericht. Durchsetzen müssen sie andere, die Justizwachtmeisterinnen und Justizwachtmeister, die in aufgeheizten Verfahren zwischen verfeindeten Gruppen, aggressiven Besuchern und gefährdeten Verfahrensbeteiligten stehen.

Sie sind es, die Sicherheitskontrollen am Eingang durchführen, Stimmungen im Saal frühzeitig erkennen, eskalierende Situationen entschärfen und im Ernstfall eingreifen,  bevor aus Beleidigungen Übergriffe werden. Dass ein Prozess wie in Dortmund überhaupt geordnet stattfinden kann, ist auch ihr Verdienst.

Der Bundesverband der Justizwachtmeister e.V. weist seit Langem darauf hin: Die Bedrohungslage in deutschen Gerichten nimmt zu. Beleidigungen, Drohungen und Gewalt gegen Justizangehörige sind keine Einzelfälle mehr. Wer den Rechtsstaat im Saal schützt, braucht dafür eine angemessene personelle Ausstattung, eine fundierte Aus- und Fortbildung sowie eine Wertschätzung, die sich auch in der Besoldung niederschlägt.

Sicherheit im Gerichtssaal entsteht nicht von selbst. Sie wird täglich von Menschen hergestellt, die dabei selten genannt werden. Es ist Zeit, das zu ändern.

Angriff am Landgericht Hanau: Wenn Bedienstete den Rechtsstaat mit dem eigenen Körper schützen

Am Landgericht Hanau ist es am 20 Mai 2026 während einer Urteilsverkündung zu einem schweren Gewaltausbruch gekommen. Ein bereits einschlägig vorbestrafter, zu Haft mit anschließender Sicherungsverwahrung verurteilter Angeklagter griff, trotz angelegter Handfesseln, die Staatsanwältin an und schlug ihr auf den Kopf. Sie erlitt unter anderem eine Schädelprellung und eine Verletzung der Halswirbelsäule. Zwei Justizwachtmeister wurden bei dem Einsatz ebenfalls verletzt.

Entscheidend ist, was die Berichterstattung teilweise unterschlägt.  Die vier eingesetzten Justizwachtmeister haben sofort und entschlossen gehandelt. Einer von ihnen brachte den Angreifer mit einem Haltegriff zu Boden und beendete so die Attacke. Dass die Lage nicht weiter eskalierte,  obwohl zeitgleich Angehörige des Angeklagten in den nicht, öffentlichen Bereich des Saals drängten, ist allein dem schnellen und körperlichen Einsatz dieser Kolleginnen und Kollegen zu verdanken.

Der Bundesverband  spricht den verletzten Beschäftigten seine volle Solidarität und Genesungswünsche aus. Unser Dank gilt den Bediensteten, die ihre eigene Gesundheit eingesetzt haben, um eine Kollegin zu schützen und die Funktionsfähigkeit des Gerichts zu sichern.

Der hessische Justizminister hat erklärt: „Wer Justizmitarbeiter angreift, greift den Rechtsstaat an.” Diesem Satz stimmen wir ausdrücklich zu, und wir nehmen die Politik beim Wort. Denn aus dieser Erkenntnis muss endlich Handeln folgen. Der Vorfall in Hanau ist kein Einzelfall, sondern Ausdruck einer strukturellen Gefährdungslage, der die Justizwachtmeister in ganz Deutschland täglich ausgesetzt sind.

Wir fordern daher:

• Eine ausreichende Personaldecke pro Risikoverhandlung,  damit Eskalationen nicht nur beendet, sondern von vornherein beherrscht werden können.

• Moderne Schutz- und Einsatzausstattung sowie regelmäßige, einsatznahe Aus- und Fortbildung für den Umgang mit Gewaltsituationen.

• Die angemessene statusrechtliche Anerkennung des Justizwachtmeisterdienstes. Wer den Rechtsstaat im wörtlichen Sinne mit dem eigenen Körper verteidigt, verdient eine Eingruppierung und Wertschätzung, die dieser Verantwortung entspricht.

Hanau zeigt: Der Justizwachtmeisterdienst ist die letzte und oft einzige physische Schutzlinie im Gerichtssaal. Anerkennung in Sonntagsreden reicht nicht. Sie muss sich in Personal, Ausstattung und Besoldung niederschlagen.

Vorstandssitzung und Jahreshauptversammlung des Bundesverbandes der Justizwachtmeister e.V. 2026 in Bayern

Vom 11. bis 13. Mai 2026 fand die Vorstandssitzung sowie die Jahreshauptversammlung des Bundesverbandes der Justizwachtmeister e.V. in Augsburg statt.

Kolleginnen und Kollegen aus dem gesamten Bundesgebiet kamen zusammen, um sich über aktuelle Entwicklungen, Herausforderungen und Zukunftsthemen des Justizwachtmeisterdienstes auszutauschen.

Die drei Tage waren geprägt von intensiven Gesprächen, fachlichem Austausch und vielen wertvollen Begegnungen. Besonders die Vorträge und Beiträge des Bayerischen Staatsministeriums der Justiz sowie der Polizeiinspektion Schwaben Nord sorgten für spannende Einblicke. Themen wie Nachwuchsgewinnung, aktuelle Herausforderungen im Dienstalltag sowie die behördenübergreifende Zusammenarbeit standen dabei besonders im Fokus.

Ein besonderer Dank gilt zudem der Behördenleitung des Landgerichts Augsburg für die Bereitstellung der Räumlichkeiten und die Unterstützung vor Ort.

Vor allem aber möchten wir unseren bayerischen Kolleginnen und Kollegen des Justizwachtmeisterdienstes danken. Die Gastfreundschaft, die hervorragende Organisation und das abwechslungsreiche Rahmenprogramm haben diese Bundesversammlung zu etwas ganz Besonderem gemacht. Während der gesamten Veranstaltung war spürbar, mit wie viel Engagement, Herzlichkeit und Professionalität die Veranstaltung vorbereitet und begleitet wurde. Wir haben uns in Bayern jederzeit sehr gut aufgehoben gefühlt.

Die Bundesversammlung 2026 wird vielen von uns noch lange in Erinnerung bleiben. Wir nehmen zahlreiche neue Eindrücke, Ideen und Perspektiven mit nach Hause und freuen uns bereits jetzt auf das Wiedersehen im Jahr 2027 in Mainz.

Bundesversammlung 2026 in Augsburg

Landesverband Bremen/Bremerhaven bei der Bundesversammlung 2026 in Augsburg vertreten

Der Landesverband des Justizwachtmeisterdienstes Bremen/Bremerhaven e.V. nahm am 12. und 13. Mai 2026 an der Bundesversammlung des Bundesverbandes der Justizwachtmeister in Augsburg teil.

Im Rahmen der Versammlung wurden zahlreiche aktuelle Themen des Justizwachtmeisterdienstes beraten. Neben Fragen der Digitalisierung standen insbesondere Sicherheit, Gesundheitsmanagement, Nachwuchsgewinnung sowie zukünftige Entwicklungen innerhalb des Bundesverbandes im Mittelpunkt.

Ein besonderer Moment für unseren Landesverband war die einstimmige Wahl von Stefan Pleuß (Bremen) zum Schriftführer des Bundesverbandes der Justizwachtmeister. Ebenfalls einstimmig gewählt wurde Isabell Anstatt (Rheinland-Pfalz) zur stellvertretenden Schriftführerin.

Darüber hinaus stellte unser Vorsitzender Sascha Kranz den Landesverband Bremen/Bremerhaven den anwesenden Landesverbänden vor.

Besonders interessant waren die bundesweiten Erfahrungsberichte zum Thema Gesundheitsmanagement und Trainingsmöglichkeiten innerhalb der Justiz. Mehrere Landesverbände berichteten über eigene Trainingsräume und regelmäßige Einsatztrainings speziell für Justizwachtmeisterinnen und Justizwachtmeister.

Auch moderne Einsatzmittel zur Eigensicherung wurden diskutiert. Hierzu erfolgte unter anderem ein Erfahrungsbericht aus Rheinland-Pfalz zum dortigen Taser-Projekt.

Ein weiterer besonderer Programmpunkt der Bundesversammlung war der Besuch hochrangiger Vertreter der Bayerischen Justiz.

Frau Dr. Gramm berichtete über Maßnahmen und Konzepte zur Nachwuchsgewinnung innerhalb der Bayerischen Justiz und gewährte den anwesenden Landesverbänden interessante Einblicke in die Strategien und Entwicklungen des Freistaates Bayern im Bereich Personalgewinnung und Nachwuchsförderung.

Darüber hinaus richtete Herr Ministerialdirigent Dr. Carsten Schulz im Namen des Bayerischen Staatsministeriums der Justiz ein Grußwort an die Bundesversammlung.

Die Teilnahme und Wertschätzung seitens der Bayerischen Justiz und des Ministeriums unterstrichen die Bedeutung der Bundesversammlung sowie die wichtige Rolle des Justizwachtmeisterdienstes innerhalb der deutschen Justiz.

Die Bundesversammlung bot erneut einen wichtigen Austausch zwischen den Landesverbänden und zeigte deutlich, wie wichtig die gemeinsame Zusammenarbeit innerhalb des Bundesverbandes ist.

Die nächste Bundesversammlung wird 2027 in Mainz stattfinden.

Für 2028 wurde zudem Bremen als möglicher Austragungsort angesprochen.

Zum Abschluss möchten wir uns herzlich bei den Kolleginnen und Kollegen des Landesverbandes Bayern für die hervorragende Organisation, die gastfreundliche Betreuung sowie die gelungene Ausrichtung der Bundesversammlung 2026 in Augsburg bedanken.

Die Veranstaltung war geprägt von einem kollegialen Austausch, interessanten Fachthemen und einer ausgezeichneten Organisation. Bayern hat sich als würdiger Gastgeber präsentiert und einen maßgeblichen Beitrag zu einer rundum gelungenen Bundesversammlung geleistet.

Vielen Dank für die große Mühe, das Engagement und die herzliche Atmosphäre während der gesamten Veranstaltung.

Informationen über den Beruf der Justizwachtmeisterin und des Justizwachtmeisters


Hier finden Sie kompakte Informationen zur Ausbildung im Justizwachtmeisterdienst.
Erfahren Sie mehr über Voraussetzungen, Inhalte und Aufgaben dieses vielseitigen Berufs im Justizbereich.


Kooperationspartner

Hier finden Sie eine Übersicht unserer Partner und Unterstützer –
Wir schätzen diese Zusammenarbeit und die Unterstützung unserer Arbeit.


Herr Meißner – Web & Medienlösungen
Individuelle, maßgeschneiderte Lösungen für Websites, Print und digitale Medien. Besonders geeignet für Vereine, Verbände und kleinere Unternehmen, die ohne großes Budget professionelle Ergebnisse erzielen möchten. Von der ersten Idee bis zur fertigen Umsetzung steht eine persönliche, kreative und zuverlässige Betreuung im Mittelpunkt.


Wir freuen uns, mit der HOYER Group einen starken Partner an unserer Seite zu haben, der die Mitglieder unseres Landesverbandes unterstützt.

Dank dieser Kooperation erhalten Mitglieder des Landesverbandes des Justizwachtmeisterdienstes Bremen/Bremerhaven e.V. am HOYER-Standort Hansator 7 in Bremen eine vergünstigte Fahrzeugwäsche. Damit profitieren unsere Kolleginnen und Kollegen von attraktiven Sonderkonditionen und einer spürbaren finanziellen Entlastung im Alltag.

Diese Unterstützung ist ein schönes Zeichen der Wertschätzung gegenüber den Beschäftigten des Justizwachtmeisterdienstes und unterstreicht die Verbundenheit von HOYER mit den Menschen, die täglich für Sicherheit, Ordnung und einen funktionierenden Justizbetrieb sorgen.

Unser besonderer Dank gilt Frau Putz sowie der gesamten HOYER Group für die vertrauensvolle Zusammenarbeit und die Unterstützung unserer Mitglieder.

Gemeinsam schaffen wir Mehrwerte für unsere Kolleginnen und Kollegen – über den beruflichen Alltag hinaus.


Stellungnahmen

Hier veröffentlichen wir unsere Stellungnahmen – klare, konsequente und unmissverständliche Positionen des Landesverbandes.


Stellungnahme – Entlastungsprämie

Landesverband des Justizwachtmeisterdienstes Bremen/Bremerhaven e. V.

Der Landesverband des Justizwachtmeisterdienstes Bremen/Bremerhaven e. V. fordert die unverzügliche Einführung einer Entlastungsprämie für die Beschäftigten des öffentlichen Dienstes im Land Bremen.

Gerade die unteren Besoldungsgruppen – und damit auch wir als Justizwachtmeister – sind von den anhaltenden Preissteigerungen bei Energie, Mobilität und Lebenshaltungskosten überproportional betroffen.
Die finanzielle Belastung ist längst keine abstrakte Entwicklung mehr, sondern spürbare Realität im Alltag unserer Kolleginnen und Kollegen.

„Es ist nicht hinnehmbar, dass auf Bundesebene Entlastungsinstrumente geschaffen werden, das Land Bremen diese jedoch nicht nutzt“, erklären Sascha Kranz und Stefan Pleuß für den Landesverband.

Der öffentliche Dienst darf in dieser Frage nicht hinterherlaufen, sondern muss seiner Verantwortung gerecht werden.
Wenn politische Möglichkeiten zur Entlastung bestehen, müssen diese auch konsequent umgesetzt werden.

Das wiederkehrende Argument, der Haushalt lasse eine solche Maßnahme nicht zu, weist der Landesverband entschieden zurück:

„Es kann nicht sein, dass notwendige Entlastungen pauschal mit Haushaltsargumenten abgelehnt werden. Gerade in Zeiten steigender Belastungen erwarten wir klare Prioritäten – zugunsten der eigenen Beschäftigten.“

Eine fehlende Umsetzung sendet ein fatales Signal:
Wertschätzung darf nicht nur kommuniziert, sie muss auch konkret spürbar werden.

Der Landesverband des Justizwachtmeisterdienstes Bremen/Bremerhaven e. V. fordert daher:

  • Die zeitnahe Einführung einer Entlastungsprämie für alle Beschäftigten im öffentlichen Dienst des Landes Bremen – unabhängig von Status oder Besoldungsgruppe
  • Ein klares Bekenntnis zur finanziellen Entlastung der unteren Besoldungsgruppen
  • Eine Vorbildfunktion des Landes Bremen gegenüber anderen Arbeitgebern

Der öffentliche Dienst sichert täglich die Funktionsfähigkeit unseres Rechtsstaates.
Diese Leistung verdient Anerkennung – auch finanziell.


Stellungnahme zur Einführung der 41-Stunden-Woche

Die Entscheidung der Bremischen Bürgerschaft, die regelmäßige Arbeitszeit für Beamtinnen und Beamte im Land Bremen auf 41 Stunden pro Woche anzuheben, wird im Justizwachtmeisterdienst mit großer Sorge aufgenommen.

Unser Dienst ist geprägt von Präsenz, Verantwortung und unmittelbarer Einsatzbereitschaft. Wir sorgen täglich für Sicherheit in den Gerichtsgebäuden, stehen im direkten Kontakt mit Bürgerinnen und Bürgern und greifen in Konflikt- und Gefahrenlagen ein. Diese Anforderungen lassen sich nicht mit klassischen Verwaltungsabläufen vergleichen. Umso unverständlicher ist es, dass eine solch weitreichende Maßnahme beschlossen wurde, ohne erkennbar zu klären, wie sie in einem sicherheitsrelevanten Dienst wie dem unseren überhaupt praktikabel umgesetzt werden soll.

„Die Entscheidung wirkt auf uns unausgereift.“ Es fehlt an einer klaren und praxistauglichen Umsetzung für unseren Dienst. Eine pauschale Arbeitszeiterhöhung wird der Realität im Justizwachtmeisterdienst nicht gerecht.
— Sascha Kranz, Vorsitzender

Bereits heute bestehen strukturelle Herausforderungen in der täglichen Arbeitsorganisation. So wird eine Pause formal abgezogen, während gleichzeitig eine durchgehende Einsatzbereitschaft im Gerichtsgebäude erwartet wird. Eine tatsächliche Erholungsphase ist unter diesen Bedingungen kaum gegeben. Die nun beschlossene Arbeitszeiterhöhung verschärft diese Situation zusätzlich und führt zu einer weiteren Verdichtung der Belastung im Dienstalltag.

„Unsere Pause existiert häufig nur auf dem Papier.“ Wenn wir jederzeit einsatzbereit sein müssen, handelt es sich nicht um eine echte Erholungsphase. Die zusätzliche Stunde verschärft dieses Problem erheblich.
— Christian Stoltenburg, stellvertretender Vorsitzender

Hinzu kommt, dass der Justizwachtmeisterdienst in den unteren Besoldungsgruppen angesiedelt ist und die Frage einer amtsangemessenen Alimentation seit längerer Zeit Gegenstand politischer und gewerkschaftlicher Diskussionen ist. Viele Kolleginnen und Kollegen empfinden ihre Bezahlung bereits jetzt als nicht mehr angemessen im Verhältnis zu Verantwortung, Belastung und den steigenden Anforderungen im Dienst. Vor diesem Hintergrund wird eine Ausweitung der Arbeitszeit ohne entsprechenden Ausgleich als besonders kritisch wahrgenommen.

„Gerade die unteren Besoldungsgruppen sind von dieser Entscheidung besonders betroffen.“ Wenn gleichzeitig über eine unzureichende Alimentation diskutiert wird, ist eine zusätzliche Belastung ohne Ausgleich schwer vermittelbar.
— Stefan Pleuß, 1. stellvertretender Vorsitzender

Eine funktionierende Justiz ist auf Sicherheit, Verlässlichkeit und leistungsfähiges Personal angewiesen. Maßnahmen, die zu zusätzlicher Belastung führen, ohne die realen Arbeitsbedingungen zu berücksichtigen, senden das falsche Signal – sowohl an die Beschäftigten als auch an potenzielle Nachwuchskräfte. Es besteht die ernsthafte Gefahr, dass Motivation, Leistungsfähigkeit und letztlich auch die Sicherheit im Justizalltag beeinträchtigt werden.

Der Landesverband des Justizwachtmeisterdienstes Bremen/Bremerhaven e. V. erwartet daher, dass die besonderen Anforderungen unseres Dienstes bei der weiteren Ausgestaltung der Arbeitszeitregelungen zwingend berücksichtigt werden. Es braucht transparente, praxistaugliche Lösungen, die den tatsächlichen Gegebenheiten vor Ort gerecht werden und die Belastung der Beschäftigten realistisch abbilden.

Wir stehen für einen sicheren und funktionierenden Justizbetrieb. Dafür sind jedoch Rahmenbedingungen erforderlich, die nicht nur auf dem Papier bestehen, sondern auch in der Praxis tragfähig sind.


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Willkommen – Gemeinsam stark im Justizdienst

Gemeinsam stark im Justizdienst

Hinter jeder Uniform steht ein Mensch – und hinter jedem von uns eine Gemeinschaft.

Wir stehen für Sicherheit, Zusammenhalt und eine starke Stimme im Justizdienst.
Als Verband vertreten wir die Interessen unserer Kolleginnen und Kollegen, fördern den Austausch und setzen uns aktiv für bessere Rahmenbedingungen ein.

Auf dieser Seite findest du aktuelle Informationen, Einblicke in unsere Arbeit und die Möglichkeit, selbst Teil dieser Gemeinschaft zu werden.

Für mehr Stärke, Sicherheit und Zusammenhalt im Dienst.

Gewalteskalation vor Berliner Gerichtsgebäude zeigt zunehmende Sicherheitsprobleme an deutschen Gerichten

Foto: A. Savin / Wikimedia Commons – Lizenz Free Art License

Kriminalgericht Moabit – Foto: A. Savin / Wikimedia Commons – Free Art License

Ein gewaltsamer Zwischenfall vor dem Berliner Kriminalgericht Moabit hat erneut gezeigt, vor welchen Herausforderungen die Justiz und insbesondere der Justizwachtmeisterdienst inzwischen immer häufiger stehen.

Solche Ereignisse zeigen deutlich, dass Gerichte längst nicht mehr nur Orte juristischer Auseinandersetzungen sind. Immer häufiger kommt es im Umfeld von Gerichtsverhandlungen zu emotional aufgeladenen Situationen, die in Aggression oder Gewalt umschlagen können. Der Vorfall ereignete sich während einer Verhandlungspause. Im Kriminalgericht schrillte daraufhin der Alarm, Justizwachtmeister eilten zum Eingangsbereich. Wie eine Gerichtssprecherin mitteilte, wurde das Gebäude vorübergehend für die Öffentlichkeit geschlossen und laufende Prozesse mussten unterbrochen werden. Nach Angaben der Polizei spielte sich die eigentliche Auseinandersetzung jedoch vor dem Gebäude ab, allerdings unmittelbar im Eingangsbereich.

Aus Sicht des Bundesverbandes der Justizwachtmeister handelt es sich dabei keineswegs um einen Einzelfall. Kolleginnen und Kollegen aus vielen Bundesländern berichten seit längerer Zeit von einer zunehmenden Aggressivität im Umfeld von Gerichten. Bedrohungen, körperliche Übergriffe und eskalierende Konflikte gehören vielerorts immer häufiger zum Arbeitsalltag.

Der Bundesverband der Justizwachtmeister sieht in solchen Vorfällen ein klares Signal, dass der Sicherheitsaspekt in der Justiz weiter gestärkt werden muss. Dazu gehören eine ausreichende personelle Ausstattung, moderne Einsatzmittel sowie eine kontinuierliche Aus und Fortbildung der Kolleginnen und Kollegen.

Die Sicherheit in Gerichten ist eine zentrale Voraussetzung für einen funktionierenden Rechtsstaat. Der Justizwachtmeisterdienst leistet hierzu jeden Tag einen unverzichtbaren Beitrag.